Einmal mehr Ryan Gosling in Hochform und in einer Rolle die ihm geradezu auf den Leib geschneidert ist. Wie in "Drive" gibt Gosling einen introvertierten, desillusionierten Einzelgänger mit brachialem Gewaltpotenzial. Die Story wird gewissermassen in drei Teilen erzählt, die Geschichte des Draufgängers der zufälltig erfährt, dass er einen kleinen Sohn hat und darin einen neuen Lebensinn erkennt, die Geschichte des Polizistes der ihn nach einem Überfall stellt und dies dazu nutzt Karriere zu machen sowie schliesslich die Geschichte der beiden Söhne der Protagonisten. Die Eindringlichkeit einiger Szenen (vorallem solange Gosling noch auftritt) bleibt lange hängen, wird jedoch leider durch den überlangen letzten Teil mit den zwei Teenagern eher verwischt als verstärkt. So bleibt es unter dem Strich bei einem gut gemeinten, etwas überkonstruierten, aber ansehlich fotografierten Drama mit einem wunderbaren Ryan Gosling.
Mittwoch, 13. November 2013
Dienstag, 12. November 2013
De Rouille et d' Os
Ein wuchtiger, eindringlicher Film, der mit der einen oder anderen überraschenden Wendung daherkommt. Herausragende Schauspieler in den Hauptrollen, eine Love-Story fern jeglicher Romantik. Ein Liebesdrama ohne garantiertes Happy-End, das merkt man bereits rasch einmal und umso gespannter folgt man dem Geschehen. Zwar kein Meisterwerk, aber ein guter, ehrlicher Film der Anerkennung verdient.
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Film 4 Sterne
Dienstag, 22. Oktober 2013
The Purge
Da hatte ich wieder mal Lust auf einen Thriller mit Horroreinschlag - und gleich ein kleiner Glücksgriff. Ein verstörender Film ist da James DeMonaco gelungen, die deutliche Anlehnung bei Vorbildern wie John Carpenter (Assault on Precinct 13) und Wes Craven (Scream) schmälert den Genuss keineswegs. Ein bisschen David Fincher (Panic Room) und
Michael Haneke (Funny Games) ist auch noch drin und auch das sind ja durchaus keine schlechten
Referenzen. Natürlich haben wir hier kein Meisterwerk vor Augen, bewahre, aber der Plot zieht doch von Beginn an gut und gerade die Phase vor Einbruch der Nacht sowie der Auftritt der säubernden Meute kitzeln die Nerven durchaus ohne unnötiges Blutvergiessen. Die Wendungen zum Ende hin sind dann nicht ganz plausibel, aber hey, es handelt sich hier um einen Horrorstreifen... Ein bisschen zum Nachdenken regt das Ganze letztlich dann doch noch an, denn ganz so abwegig, wenn auch stark übertrieben und schematisiert, ist die Ausgangslage nicht...
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Film 4 Sterne
Sonntag, 8. September 2013
Nacht ist der Tag
Der neue Roman von Peter Stamm. Eine Frau verliert durch einen schweren Unfall nicht nur ihren Mann sondern auch ihr Gesicht und damit einen wichtigen Teil ihrer Identität. In der abgeschiedenen Bergwelt findet sie nach und nach Gefallen an ihrem neuen Job als Animatorin, an einem Künstler in Schaffenskrise und schliesslich an einem möglichen Neuanfang ihres Lebens. Wenn sich ein Roman in dieser Art zusammenfassen lässt, ohne dass ihm dabei allzu stark unrecht getan wird, dann fehlt offensichtlich der entscheidende Glanz. Wohlbemerkt, auch diesen Stamm habe ich gern gelesen, keine Frage. Doch nach dem begeisternden Erzählband "Seerücken" waren die Erwartungen hoch, zu hoch vielleicht. Insgesamt ein ordentliches Werk, leider aber irgendwo am Nachmittag angesiedelt, weder richtig heller Morgen und schon gar nicht schöne dunkle Nacht...
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Literatur 4 Sterne
Samstag, 24. August 2013
The Master
Der neue Film von Paul Thomas Anderson ("There Will Be Blood") mit Joaquin Phoenix und Philip Seymour Hoffmann in den Hauptrollen - da muss eigentlich etwas Grosses rauskommen... dass es sich dabei in erster Linie um grosse Langweile handelt war wohl weder beabsichtigt noch zu erwarten. Wer sich wie ich anfangs noch mit der zweifelsohne gekonnten Interpretation eines alkoholsüchtigen Seemannes durch Phoenix über Wasser halten kann, verliert jedoch mit fortlaufender Aneinanderreihung bedeutungsschwangerer aber blutleerer Szenen spätestens aber der Filmmitte endgültig den letzten Halt und versinkt in einem Meer von sinnfreier Geschwätzigkeit und nicht endenwollendem Sektenfirlefanz. Sowas unterhält nicht, und es ergibt auch keinen tieferen Sinn, auch wenn dies wohl insinuiert werden soll. Ähnlich wie Terrence Malick bei "The Tree of Life" scheitert hier ein begabter Regisseur auf hohem Niveau, dafür aber auf der ganzen Linie.
Dienstag, 30. Juli 2013
les beaux jours
Caroline, eine
frisch und nicht ganz aus freien Stücken in den Ruhestand getretene
Zahnärztin, findet keinen Zugang zu ihrer neuen Lebenssituation. Die Familie meint es gut und schenkt ihr einen Gutschein für einen Pensioniertenverein namens „les beaux jours“,
wo sie neben einem skurrilen Kursangebot einen IT-Lehrer trifft und mit ihm
in eine Affäre schlittert. Hört sich an wie eine Rosamunde Pilcher Adaption für Senioren? Leider nicht so daneben. Zwar überzeugt Fanny Ardant mit edlem und nuanciertem Rollenspiel, trotzdem schrammt der Film stets an der Grenze zur Peinlichkeit oder auf jeden Fall zum
Kitsch vorbei. Eigentlich
hätte man ihr ein anspruchsvolleres Drehbuch gewünscht, eines in welchem
der Ausgang der Geschichte nicht bereits nach 20 Minuten klar ist. Der Fortgang des Erzählstrangs jedenfalls beleidigt die
Intelligenz all jener, die im Kino mehr als einen hübsch verfilmten
Kioskroman erwarten. Da hat ein französischer Film zu viele Kompromisse an den Mainstream gemacht. Zudem: Die Langsamkeit ist im
Film ein wertvolles Gut, gerade heutzutage wo der schnelle Schnitt zur
Mode geworden ist. Doch hier wird etwas Gutes nun auf die Spitze
getrieben und damit in seiner Wirkung umgekehrt. In zu vielen Szenen
wird die Botschaft mehrfach wiederholt, bis der geneigte Filmfan sich am
liebsten aus dem bequemen Kinosessel erheben möchte und laut in den
Saal schreien: "JAAA, wir haben es jetzt begriffen!"
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