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Dienstag, 31. Dezember 2013

Only God Forgives

Der neue Film von Nicolas Winding Refn (Drive), wiederum mit Shooting-Star Ryan Gosling, da hat man zwangsläufig grosse Erwartungen. Kann "Only God Forgives" an den Kultfilm des Jahres 2011 angeknüpfen? Die Antwort lautet kurz und knapp: nein, zu keinem Zeitpunkt. Während "Drive" eine unfassbare Wucht gepaart mit einer Sensibilität und Intimität von seltener Güte vorwies, wird hier basierend auf einer mageren und uninteressanten Story ein auf stylisch getrimmter, blutiger aber letztlich blutleerer Rachefeldzug präsentiert. Die zwar einigermassen schön inszenierten Bilder reichen nie an einen Tarantino heran, die (spärlichen) Dialoge sowieso nicht, die Gewaltexzesse sind weder verstörend noch nötig sondern einfach nur doof, und auch Ryan Gosling bringt nicht viel mehr als melancholisch in die Kamera zu starren (was aber nicht ihm angelastet werden soll, er ist und bleibt der aktuell interessanteste Hollywood-Schauspieler). Die Nebenrollen sind schwach (so insbesondere die Mutter), die Lovestory zündet nicht (da fehlt eine wie Carey Mulligan), Soundtrack gibt es auch keinen anständigen - was bleibt da noch vom Glanz von Drive? Naja, vielleicht ein tolles Filmplakat mit Ryan Gosling (siehe oben).

Samstag, 24. August 2013

The Master


Der neue Film von Paul Thomas Anderson ("There Will Be Blood") mit Joaquin Phoenix und Philip Seymour Hoffmann in den Hauptrollen - da muss eigentlich etwas Grosses rauskommen... dass es sich dabei in erster Linie um grosse Langweile handelt war wohl weder beabsichtigt noch zu erwarten. Wer sich wie ich anfangs noch mit der zweifelsohne gekonnten Interpretation eines alkoholsüchtigen Seemannes durch Phoenix über Wasser halten kann, verliert jedoch mit fortlaufender Aneinanderreihung bedeutungsschwangerer aber blutleerer Szenen spätestens aber der Filmmitte endgültig den letzten Halt und versinkt in einem Meer von sinnfreier Geschwätzigkeit und nicht endenwollendem Sektenfirlefanz. Sowas unterhält nicht, und es ergibt auch keinen tieferen Sinn, auch wenn dies wohl insinuiert werden soll. Ähnlich wie Terrence Malick bei "The Tree of Life" scheitert hier ein begabter Regisseur auf hohem Niveau, dafür aber auf der ganzen Linie. 

Montag, 1. Oktober 2012

Der Teufel von Mailand

Die nächste Martin-Suter-Verfilmung gestern abend auf SF1 angeschaut und nach "Lila, Lila" sogar einigermassen erwartungsfroh. Doch weit gefehlt... Ich bin weiss Gott kein Freund der Romane von Martin Suter, aber eine solche Verfilmung hätte ihm auch der Teufel nicht gewünscht... Hölzerne Figuren, unsäglich platte Dialoge, einfallslose Inszenierung und der Versuch mit etwas Musik und Landschaftsaufnahmen Spannung und Stimmung zu schaffen - kläglich gescheitert, kann man da nur vermerken. Das Buch ist übrigens um Welten besser und nuancierter...

Montag, 26. Dezember 2011

Tree of Life


Ein Meisterwerk... naja, zumindest ein gewolltes Meisterwerk. Terrence Malick, verantwortlich für ein wahres Meisterwerk ("the thin red line", 1998 - 6 Sterne ohne Diskussion) wollte sich hier wohl selbst übertreffen. Was dabei herausgekommen ist? Eine abstruse Mischung aus "2001 - a space odyssey" und einem Doku-Drama über das Heranwachsen zweier Kids in den 50ern. Dieser Mittelteil - ohne viel Dialog Szene an Szene Kindheitserlebnisse der beiden Brüder mit wackliger Handkamera gefilmt - vermag noch halbwegs zu überzeugen und entwickelt tatsächlich eine eigene, intensive Bildsprache. Doch dann nerven bereits wieder die Passagen mit einem angestrengt nachdenklichen Sean Penn im Wandel zwischen städtischen Wolkenkratzern und idyllischer Strandlandschaft... Das war nix, Herr Malick, aber ein Regisseur Ihrer Klasse hat eine weitere Chance verdient... auf ein besseres 2012!

Mittwoch, 18. Mai 2011

The Killer Inside Me

Grosse Erwartungen - ziemliche Enttäuschung. Auf einen kühlen, ästhetischen Kultfilm habe ich mich gefreut, bekommen habe ich einen ziemlich langfädigen, brutalen, weitgehend sinnfreien 50er Jahre Krimi. In einigen Szenen blitzt durch, was möglich gewesen wäre. Doch grösstenteils springt der Funke nicht rüber... und ganz zum Schluss, wenn dann der Funke im wahrsten Sinne des Worte springt, da war es mir längst ziemlich einerlei... Im direkten Vergleich mit dem kürzlich kommentierten "funny games" von Michael Haneke geht "the killer inside me" klar als Verlierer vom Feld...

Samstag, 30. April 2011

Fall 39

Man nehme den Grundgedanken von "das Omen", mische etwas "Carrie" und "the sixt sense" dazu, ein Prise "the ring" und vielleicht noch ein Stück "hide and seek" und fertig ist der Horrorthriller... insgesamt recht unterhaltsam, solides Handwerk, doch alles irgendwo schon gesehen. Die schauspielerische Leistung von Renée Zellweger ist nicht gerade überwältigend, die des kleinen Teufelchens schon eher. Ein paar der Schockeffekte sind recht gut geraten, der Schluss dann leider wieder biederer Hollywood-Mainstream...
2 Sterne

Mittwoch, 15. September 2010

All The Boys Love Mandy Lane

Ein Teeny-Horror-Filmchen, eine Kategorie welche ich mir ja normalerweise nicht antue, aber dieses Mal machte ich eine (berechtigte) Ausnahme. Dieser Streifen glänzt zwar auch nicht mit Tiefsinn und feinfühligen Dialogen, doch von Aufbau, Verfilmung, Vertonung (inkl. Soundtrack) und Drehbuch her überzeugt dieses kleine Movie und mir hat es letztlich echt Spass gemacht zuzuschauen. Trotzdem kann man hier natürlich nur zwei Sterne geben, wobei ich nahe am dritten bin (einfach bloss für Mandy Lane)...

Sonntag, 25. April 2010

Wo die wilden Kerle wohnen

Grosse Erwartungen - leider kaum erfüllt. Eigentlich habe ich mich sehr gefreut auf den neuen Spike Jonze Film ("Being John Malkovich"), doch herausgekommen ist ein ziemlich einfach gestricktes biederes Kinderfilmchen. Naja, ganz so Kinderfilm ist es schon nicht, zwei/drei Dialoge sind erwachsenentauglich, ein paar mal schmunzeln und ein bisschen nachdenken sind auch noch drin....
2 Sterne