Sonntag, 2. Juni 2013

Django Unchained

Der neue Tarantino gefällt über weite Strecken trotz Überlänge. Der Kult-Regisseur bedient sich der Kult-Western-Figur Django, wobei er in seiner gewohnten Art ein ästhetisch gefilmtes, mit Witz und Brutalität gespicktes Sklavenbefreiungs-Melodrama abmischt. Einen schwarzen Sklaven als Django (Jamie Foxx) zu besetzen ist durchaus ziemlich frech und mutig - mit Christoph Waltz, Leonardo DiCaprio und Samuel L. Jackson stellt Tarantino aber eine Nebendarsteller-Crew auf die Beine die ihresgleichen sucht und auf der Höhe der Schauspielkunst zu agieren vermag. Die Dialoge sind wie immer geschliffen scharf, die Bilder prächtig inszeniert, das Blut spritzt schön tomatig-rot wie eh und je, der Soundtrack rockt und die Story, naja, die Story ist ziemlich konventionell und trotz oder gerade wegen der vielen Referenzen an bekannte Western etwas altbacken.

Sonntag, 26. Mai 2013

Vampire Weekend - Diplomat's Son

Toll, toll, toll... heute die neue CD bestellt und die alten gleich dazu...

Freitag, 24. Mai 2013

Cloud Atlas

Tom Tykwer ("Das Parfum") und die Wachowski Geschwister ("Matrix") wagten sich an den als unverfilmbar geltenden Roman von David Mitchell. Selten sowas gesehen... fünf/sechs verschiedene Erzählstränge in den unterschiedlichsten Epochen der Menschheit werden in Staccato zum Teil mit den gleichen Schauspielern erzählt. Insbesondere Tom Hanks, aber auch Hugh Grant, Halle Berry, Jim Sturgess verbüffen mit ihren Verwandlungskünsten, daneben geht die rote Linie des Films in den unzähligen Schnitten innert kürzester Zeitspanne doch eher verloren. Teilweise wird alle zehn Sekunden die Erzählebene und damit auch die Epoche gewechselt, da muss man dann schon Obacht geben, dass man keiner Reizüberflutung erliegt. Aber insgesamt ein visuelles und zum Nachdenken anregendes Feuerwerk...

Mittwoch, 15. Mai 2013

Anna Karenina

Der neue Film von Joe Wright wiederum mit der wunderbaren Keira Knightley (Pride & Prejudice, Atonement) nach dem weltbekannten Roman von Lew Tolstoi ist ein Wagnis. Die ganze Szenerie wird quasi in ein historisches Theatergebäude verlegt und die Schauspieler wechseln zwischen Zeitebenen und Örtlichkeiten indem sie sich von Tür zu Tür und Stockwerk um Stockwerk durchs Theater bewegen. Sowas hat man selten gesehen, gerade im Film, wo sich doch unendliche Möglichkeiten für Aussenaufnahmen und Trickmanipulationen bieten würden (und mit dieser Inszenierung ungenutzt bleiben). Doch nach den ersten gewöhnungsbedürftigen 10 Minuten überzeugt die Konzeption nach und nach und entwickelt ihren eigenen Charme. Wenn man einen solchen Klassiker wie Anna Karenina heutzutage verfilmt, dann durchaus mit einer solch eigenartigen, verwirrenden Variation.

Sonntag, 12. Mai 2013

Populaire



Ein Feelgood-Movie aus Frankreich... Sehr ansprechend verfilmt, der Film zollt den 50ern Respekt, indem er einigen Szenen durchaus unüblich viel Raum lässt und keine Hetze von Act zu Act betreibt. Rosie (Déborah François) wächst im alten und zukunftslosen Krämerladen ihres Vaters auf dem französischen Lande auf und träumt vom modernen Leben als Sekretärin eines Weltmannes in der Stadt. Dieser Traum scheint sich zu erfüllen als sie mit ihrer Beharrlichkeit den Geschäftsmann Louis Echard (Romain Duris) überzeugt, der sie fortan zur Weltmeisterin im Schnelltippen drillen will ... dumm nur, dass die Liebe mit im Spiel ist. Charmant gespielt, tolle Austattung, leichte Unterhaltungskost mit nostalgischem Flair, das Gerippe dahinter kommt aber nicht über eine ziemlich platte Rosamunde Pilcher Variation hinaus. Für einen regnerischen Nachmittag perfekt.

Sonntag, 28. April 2013

Woodkid - I love you

Strange, rätselhaft, schräg und auch ein bisschen sphärisch... kurz: gefällt!

Samstag, 13. April 2013

Life of Pi

Ein Film wie ein Märchen... fabelhaft im wahrsten Sinne des Wortes, wobei mit dieser Umschreibung eher die Vieldeutigkeit einer Fabel gemeint ist als dass damit höchste Kritikerlorbeeren verteilt werden sollen. Denn insgesamt überzeugt der neue Film von Ang Lee (Brokeback Mountain) nicht vollends. Vorallem die reichlich konstruierte Rahmengeschichte hemmt leider die ansich spanndende und zu Recht im Vordergrund stehende Handlung auf dem Rettungsboot. Und so wünschte man sich - im Märchen ist Wünschen ja erlaubt - der Regisseur hätte seine ganze Energie in die wundersamen Erlebnisse von Pi und dem Tiger auf hoher See gesteckt, denn diesen Handlungsstrang zu verfolgen macht mächtig Spass und unterhält hervorragend.