Sonntag, 12. Mai 2013

Populaire



Ein Feelgood-Movie aus Frankreich... Sehr ansprechend verfilmt, der Film zollt den 50ern Respekt, indem er einigen Szenen durchaus unüblich viel Raum lässt und keine Hetze von Act zu Act betreibt. Rosie (Déborah François) wächst im alten und zukunftslosen Krämerladen ihres Vaters auf dem französischen Lande auf und träumt vom modernen Leben als Sekretärin eines Weltmannes in der Stadt. Dieser Traum scheint sich zu erfüllen als sie mit ihrer Beharrlichkeit den Geschäftsmann Louis Echard (Romain Duris) überzeugt, der sie fortan zur Weltmeisterin im Schnelltippen drillen will ... dumm nur, dass die Liebe mit im Spiel ist. Charmant gespielt, tolle Austattung, leichte Unterhaltungskost mit nostalgischem Flair, das Gerippe dahinter kommt aber nicht über eine ziemlich platte Rosamunde Pilcher Variation hinaus. Für einen regnerischen Nachmittag perfekt.

Sonntag, 28. April 2013

Woodkid - I love you

Strange, rätselhaft, schräg und auch ein bisschen sphärisch... kurz: gefällt!

Samstag, 13. April 2013

Life of Pi

Ein Film wie ein Märchen... fabelhaft im wahrsten Sinne des Wortes, wobei mit dieser Umschreibung eher die Vieldeutigkeit einer Fabel gemeint ist als dass damit höchste Kritikerlorbeeren verteilt werden sollen. Denn insgesamt überzeugt der neue Film von Ang Lee (Brokeback Mountain) nicht vollends. Vorallem die reichlich konstruierte Rahmengeschichte hemmt leider die ansich spanndende und zu Recht im Vordergrund stehende Handlung auf dem Rettungsboot. Und so wünschte man sich - im Märchen ist Wünschen ja erlaubt - der Regisseur hätte seine ganze Energie in die wundersamen Erlebnisse von Pi und dem Tiger auf hoher See gesteckt, denn diesen Handlungsstrang zu verfolgen macht mächtig Spass und unterhält hervorragend.

Sonntag, 24. März 2013

Hitchcock

Der Film ist mit den beiden Altstars Anthony Hopkins (Hitchcock) und Helen Mirren (Alma Reville) natürlich gut besetzt und die beiden zeigen eine solide Leistung. Während die meisten Filmkritiker vorab Helen Mirren als starke Frau an der Seite von "Hitch" in den Vordergrund rücken, wird der Streifen doch letztlich von Anthony Hopkins und seiner Präsenz getragen. Vor allem in den beiden besten Szenen des Films, nämlich beim Dreh der Duschmordszene und während der Filmpremiere in der Kinoeingangshalle zeigt Hopkins grosses Kino. Leider erreicht Hopkins und damit auch der Film dieses Niveau nur punktuell. In den Nebenrollen gefallen Scarlett Johansson (Janet Leigh) und Jessica Biel (Vera Miles) durchaus, ohne jedoch an ihre besten Leistungen anknüpfen zu können. Doch es wäre unfair, dem Film schauspielerische Defizite vorzuhalten, denn dass das Geschehen den Kinogänger letztlich doch eher kalt lässt, liegt vielmehr am ziemlich platten Drehbuch und der unterkühlten Inszenierung und damit fehlt schliesslich etwas, was den Filmen von Alfred Hitchcock bestimmt nie mangelte: Spannung und eigenem Antrieb.

Sonntag, 3. März 2013

Argo

Gewann die Kategorie "Bester Film" an den Oscars 2013 - zu Recht? Nun, die dritte Regiearbeit von Ben Affleck ("Gone Baby Gone", "The Town") überzeugt durch eine geschichtlich fundierte (wahre) Story über die spannungsgeladene Zeit des Geiseldramas in der amerikanischen Botschaft in Teheran 1979. Solid inszeniert, gewinnt dieses Drama vorallem ab der Mitte deutlich an Schwung und gipfelt schliesslich in einem mitreissenden Finale auf dem Flughafen (und mit dem Erreichen des entscheidenden Swissair Flugs...). Ein guter Film, aber wirklich der beste Film des Jahres? Wohl kaum, denn mit etwas Abstand betrachtet ist das Ganze doch ziemlich konventionell konstruiert und lässt einerseits wenig Raum für Überraschungen, andererseits aber auch den Figuren wenig Entwicklungsspielraum. Trotzdem mag man Affleck den Oscar gönnen (auch und gerade im Hinblick darauf, dass ihn sonst wohl Spielberg für "Lincoln" geholt hätte)...


Mittwoch, 20. Februar 2013

The End Of The World

In Zeiten beinahe und tatsächlich crashender Meteoriten und überhaupt (der Blogger ist wohl etwas nostalgisch melancholisch verklärt)...
(wiederentdeckt übrigens in der Staffel V von Mad Men)

Donnerstag, 14. Februar 2013

Quartet

Das Regiedebut des 75jährigen Dustin Hoffman... Einwandfrei gespielt von einer tollen, handverlesenen Crew - alle Hauptrollen sind mit erstklassigen Schauspielern älteren Semesters besetzt, und obwohl das Klischee vom Wein der je älter je besser schmeckt abgedroschen klingt, trifft es hier vollumfänglich zu. Einen oder eine speziell hervorzuheben wäre unfair, hier gilt der tosende Schlussapplaus dem ganzen Ensemble. Vielleicht liegt der Erfolg dieses Films auch darin, dass einige der Damen und Herren tatsächlich aus der Sparte Oper/Musical stammen und diese innere Freude und Befriedigung an der Musik perfekt transportieren. Die Versuchung für Dustin Hoffman, sich selbst in eine der Rollen dieser liebenswerten älteren Musikliebhaber zu schreiben, muss wohl gross gewesen sein und es gebührt ihm ein ebensolches Lob dieser Versuchung widerstanden zu haben. Nicht dass man ihm nicht zugetraut hätte schauspielerisch mitzuhalten, doch diese erfrischende, betagte Crew aus eher unbekannten Gesichtern trägt mit ihrem eigenen Charme den ganzen Film und da hätte Weltstar Hoffman zuviel Aufmerksamkeit abgesaugt. Ein echtes, warmherziges Feelgood-Movie!