Samstag, 11. Juni 2011

the town

Endlich mal wieder ein richtig guter Gangster-gegen-Cop Thriller. Meiner Meinung nach der Beste dieses Genres seit "Heat" und "Collateral". Eine interessante Story, vielschichtige Charaktere (naja, der FBI-Agent kommt etwas zu kurz), ein gutes Mass an Action und vorallem, und das macht eben den Unterschied, einige Glanzpunkte in Regie und filmischer Umsetzung. So werden z.B. die Szenen eines Banküberfalls einerseits in Realität mit Chaos, Lärm und Hektik und andererseits durch die Überwachungskamera in schwarz/weiss verflimmert und ohne Ton dargestellt. Toller Gegensatz. Auch die Szene nach der Verfolgungsjagd mit dem nichtsahnenden Cop im Streifenwagen ist cool und erinnert an die Stadtfuchsszene in "Collateral". Wenn Ben Affleck als Regisseur so weitermacht (seine zweite Regie nach "Gone Baby Gone"), dann können wir uns noch auf einiges freuen...

Donnerstag, 9. Juni 2011

Leergut

Auf ARD mal im Nachtprogramm aufgenommen und nun angeschaut. Tschechische bitter-süsse Tragikomödie über sinnvolle Beschäftigungen im Alter, Träumereien eines Pensionärs und den Familienalltag eines junggebliebenen Grossvaters in Prag. Leichtfüssig und somit auch wenig tiefgründig, aber durchaus unterhaltsam und mit einigen treffenden, lustigen Dialogen.

Montag, 6. Juni 2011

David Bowie & Arcade Fire

Etwas viel Literatur und Film in letzter Zeit hier? Dann machen wir doch mal wieder ein bisschen Musik... wenn sich die ganz Grossen treffen, dann kann das z.B. so tönen:
David Bowie und Arcade Fire oder Arcade Fire und David Bowie im Jahre 2006 live (Aufnahme leider etwas gealtert, aber jede Sekunde wert... und achtet mal auf den Drummer-Boy mit den roten Kraushaaren ganz links... das nenn ich vielleicht mit Inbrunst mitgehen!)...

Freitag, 3. Juni 2011

The Tourist

Eine nette, unterhaltsame Gaunerkomödie mit Johnny Depp und Angelina Jolie, welche in den besten Momenten an die glorreichen Zeiten eines von Agenten gejagten Cary Grant oder James Stewart erinnert (aber eben leider nur in den besten Momenten...). Daneben überzeugt vorallem Venedig als glanzvoller Drehort, während Depp und Jolie eher reserviert agieren und gewisse Abnützungserscheinungen nicht verbergen können. Die Story an sich ist nicht weiter erwähnenswert, trotzdem insgesamt recht kurzweilig anzuschauen.

Be Kind Rewind

So ein Quatsch... aber ein unterhaltsamer, bisweilen sogar richtig amüsanter Quatsch. In einer Videothek werden durch einen "Unfall" sämtliche Videokassetten gelöscht. Um den (spärlichen) Kundenstamm trotzdem zu bedienen, werden die gewünschten Filme kurzerhand selbst "nachgedreht" und mit primitivsten Mitteln nachgespielt. Wider Erwarten finden die so hergestellten Amateurversionen brennenden Absatz... Viele schräge Einfälle, in der Umsetzung zum Teil echt fantasievoll, abgedrehtes Filmchen mit einem (leider) ziemlich pathetischen Hollywood-Happy-End...

Donnerstag, 2. Juni 2011

Mit der Endurance ins ewige Eis

Lesetipp von Andreas. Im Rahmen einer sorgfältig geplanten Antarktisexpedition in der Zeit des ersten Weltkrieges erleben Sir Ernest Shackleton und seine Gefolgsleute eine Katastrophe nach der anderen und müssen sich unter unglaublichen Strapazen gegen Eis, Wind, Wetter, Hunger und Durst bis zur wundersamen Rettung durchkämpfen. So eindrücklich diese Erlebnisse von Sir Shackleton selbst (erste Auflage 1919!) im Detail dargestellt werden, so klar handelt es sich hierbei um einen Erlebnisbericht und nicht um Literatur. Sätze wie "... und wir harrten der Dinge die da kommen sollten...", "....nie verloren wir die Zuversicht und den Humor..." usw. sind so eigentlich nicht ohne Stirnrunzeln lesbar, doch in Anbetracht der damaligen Strapazen und der Zeit in welcher der Reisebericht verfasst wurde, sei dies Sir Shackleton verziehen. Doch auch inhaltlich wird leider vielfach von treuer Ergebenheit, Durchhaltewillen und dem nie verlorenen Humor der Männer geschrieben ohne je näher darauf einzugehen, was denn die Quelle (psychologischen Ursprungs) dieser Verhaltensweisen gewesen wäre... so bleibt leider das eigentlich Interessante, wie man nämlich solche Strapazen psychisch und nicht nur körperlich überstehen kann, im ewigen Eis verschollen...

Mittwoch, 1. Juni 2011

Zündels Abgang

Um dem Stamm-Virus etwas Einhalt zu gebieten, habe ich einen Abgang gemacht und mich Markus Werner ("Am Hang") zugewandt. Ein wahrhaftig zynischer Abgesang auf einen sich kontinuierlich selbst zerstörenden und eigenständig in den Abgrund stossenden Zeitgenossen, der einem doch irgendwie ein bisschen sympathisch bleibt. Wer hat nicht auch schon im Leben Momente erlebt, wo man am liebsten den Bettel hingeschmissen hätte und einfach nach Genua verreist wäre ohne weitere Spuren zu hinterlassen...? Zündel macht es. Zwar taucht er nochmals auf, doch nur um sich dann endgültig von dieser realen und herzlosen Welt zu verabschieden. Stark, frech, zynisch, bitter und irgendwie steckt halt doch ein bisschen Zündel in uns allen (aber zum Glück besiegen wir ihn immer wieder...).